Mein Essverhalten war früh geprägt von starren Diäten, ständiger Kontrolle und dem Gefühl, nie genug zu sein. Was als „gesund essen“ begann, wurde über Jahre immer restriktiver: Kalorienzählen, extremes Training (eine Zeit lang sogar 3-4 Mal täglich), und permanente Selbstkontrolle.
Nach außen wirkte ich immer diszipliniert, gesund, und stark, und wurde für meine Disziplin bewundert. Ich hatte ja "alles unter Kontrolle".
Innerlich war ich aber dauerhaft so sehr unter Stress, dass ich jahrelangen Periodenverlust hatte, Schlafstörungen mich Nachts wach hielten, und das permanente Gedankenkreisen rund ums Essen meinen Alltag bestimmte. Nach jahrelanger eingeschränkter Ernährung, kamen abendliche Heißhungerattacken - mein Körper wollte sich die Energie, die ich ihm so lange vorenthalten hatte, irgendwie zurückholen. Was war meine Antwort darauf? Noch mehr Regeln und Kontrolle.
Ich war müde. Müde von meinen Gedanken, müde von den Einschränkungen, und müde davon, mich nie zuhause in meinem Körper zu fühlen, egal wie er aussah.
Da begann die wirkliche Reise zu mir selbst - und ich hab mir erlaubt, mal wirklich in die Tiefe zu gehen und zu verstehen, woher mein Essverhalten überhaupt kam. Es war der ganz tiefe, bereits in meiner Kindheit verankerte Wunsch nach Kontrolle. Und weil ich mir nicht anders zu helfen wusste, habe ich mir diese Kontrolle im Essen gesucht.
Heute kann ich wieder alles essen - ohne Verbote, Verzicht oder schlechtem Gewissen.
Weil es kein "Alles oder Nichts" mehr gibt. Kein "Ab morgen mach ich es anders."
Sondern weil ich wieder gelernt habe, MIT meinem Körper zu arbeiten, statt ständig gegen ihn anzukämpfen.
Ausbildungen: Studium Gesundheitsmanagement, Studium der angewandten Psychologie (MSc. , i.A.), Ernährungsmentaltraining, Dipl. Fitnesstrainerin (Pilates)